Pfarrgemeinderat

in der Erzdiözese Wien


Termine

Donnerstag, 21. November 2019
„ICH sein im WIR“
- mehr …
Samstag, 23. November 2019
Vikariat Wien-Stadt: Fachtag PGR
- mehr …
Samstag, 18. Januar 2020
AVISO: Fachtag Liturgie im Vikariat Süd
- mehr …
Freitag, 24. Januar 2020
Vikariat Süd: Lektorenkurs
- mehr …
Freitag, 24. Januar 2020
Vikariat Wien-Stadt: Ausbildungskurs für Begräbnisleiter/innen
- mehr …

8. Seniorenpastoral

Zwischen Altbewährtem, Innovativem und den Erfordernissen der Zeit

Der demographische Wandel und die Entwicklung unserer Gesellschaft zu einer Gesellschaft des langen Lebens wirken sich auch auf die Kirche aus. Dies bedeutet für die Pastoral im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils „die Zeichen der Zeit zu erkennen“, und sich sowohl mit dem Thema „Altern“ grundsätzlich, aber auch mit der Gestalt, in der sich Seniorenpastoral in den Pfarren, im Pflegebereich und anderen kirchlichen Einrichtungen zeigt, auseinanderzusetzen. Alter ist nicht gleich Alter und nicht alle alten Menschen sind gleich. Im Gegenteil: Im Alter werden Unterschiede zwischen den Menschen aufgrund ihrer Lebensläufe sogar größer und auch offenkundiger. Die Vielfalt unserer Zeit macht auch vor den alten Menschen nicht Halt. Im Alltag ist zu spüren, dass ihre Lebensmodelle, ihre Verbundenheit mit der Kirche und ihre Zugänge zum Glauben unterschiedlicher und vielfältiger geworden sind. Die Amtskirche aber auch die Pastoral vor Ort ist sich dessen immer noch nicht wirklich bewusst.

Orientierung und Begleitung

Menschen ab der Lebensmitte sind ein großer, wenn nicht sogar der größte Teil der Bevölkerung der Pfarren und Gemeinden. Dazu zählen die „aktiven Senioren“, wie auch jene, die auf Hilfe und Betreuung angewiesen sind. „Seniorenpastoral“ begleitet also zwei oder mehr Alten-Generationen und bietet ihnen Lebenshilfe aus dem Glauben an. Sie versteht sich als ihr aller Begleiter auf dem Weg des Älterwerdens. Dabei geht sie vom Menschen aus, der von Gott geschaffen und Zeit seines Lebens auf ihn bezogen ist, dessen Leben geprägt ist von seiner Vergangenheit und Gegenwart und der sich die Frage nach seiner Zukunft stellt. Sie tut dies auf der Grundlage des christlichen Glaubens, kann aber nicht selbstverständlich davon ausgehen, dass alle älter werdenden Frauen und Männer sowohl in der Kirche als auch im Glauben fraglos beheimatet sind. Grundlegende Glaubensbotschaften, wie jene über Tod und Jenseits, sind für viele Seniorinnen und Senioren nicht mehr automatisch gültig. Zu bedenken sind ihre Lebenserfahrungen, ihre oft zwiespältigen, ja widersprüchlichen Erfahrungen mit der Kirche, um Vorstellungen von Moral und Partnerschaft, die Erfahrung von Brüchen, Leid und Schuld im eigenen Leben. Ebenso wichtig wie die Begleitung in schwierigen Lebenslagen ist aber auch, den Blick auf das zu lenken, was im Leben gelungen ist und mit ihnen Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Alten Menschen, die sich nur noch als Belastung für ihre Umgebung sehen, ist einfühlsam zu vermitteln, dass auch die Situation, in der sie jetzt leben und mit der sie kämpfen, nicht sinnlos ist. Die Sinnsuche zählt in solchen Situationen zu den großen Herausforderungen: für die Betroffenen und ihnen nahestehenden Menschen wie auch für pastoral engagierte Begleiterinnen und Begleiter. Nach Sinn und Aufgaben suchen aber nicht nur jene alten Menschen, die ohne Hilfe und Betreuung durch andere nicht mehr auskommen können. Der Beginn des Lebensabschnittes Pension lädt ein, Ausschau nach sinnfüllenden Aufgaben zu halten. Ältere Menschen versuchen, in ihrer bisherigen Lebensgeschichte einen roten Faden zu finden und die Jahre, die nun vor ihnen liegen, nicht einfach „abzuleben“, sondern zu gestalten. Der Glaube kann hier Antworten anbieten und auf der Suche nach Sinn Orientierung und Sicherheit und damit Beheimatung geben. Die Botschaft des Glaubens besagt ja, wenn Gott tiefster Sinn ist und der Mensch Abbild Gottes, kann der Mensch nicht sinnlos sein. Aufgabe der Seniorenpastoral ist, den Menschen aus der Sicht des Glaubens zu begleiten und die Botschaft der Bibel von Gott, der für die Menschen da ist, auf die Lebenssituationen des Alters hin zu erschließen - ohne zu bevormunden, zu bewerten oder Standpunkte aufzudrängen. Sie unterstützt den alternden Menschen, seine Fähigkeiten zu entdecken, zu entfalten und weiterentwickeln und trägt dazu bei, besonders jenen, die gesundheitlich oder materiell mit Einschränkungen leben müssen, Teilhabe am gesellschaftlichen und kirchlichen Leben zu ermöglichen.

Aufgaben einer Vertretung der Seniorinnen und Senioren im Pfarrgemeinderat

Im Pfarrgemeinderat braucht es daher eine SeniorInnen-Vertretung, die diese Vielfalt in den Blick nimmt. Klarerweise kann diese nicht für jede Möglichkeit ein Angebot bereithalten, sondern muss Schwerpunkte setzen und Kooperationen anstreben: mit anderen pfarrlichen Gruppen, mit Nachbarpfarren, im Seelsorgeraum, in der „Pfarre neu“, mit anderen Trägern von Senioreneinrichtungen. Die Seniorenarbeit geschieht inzwischen im Bereich der Heime weitgehend im ökumenischen Miteinander. In den Pfarren kann sich hier noch viel entwickeln. Der/die Fachreferent/in Seniorenpastoral verschafft sich einen Überblick über die Altersstruktur der Pfarre/Gemeinde, über das bisherige Seniorenprogramm und überlegt mit dem Team, welche Angebote beibehalten, welche umgestaltet und welche neu gestartet werden können. Dabei sollte jedes Team-Mitglied für einen Teilbereich verantwortlich sein und sich dazu - falls erforderlich - MitarbeiterInnen suchen: z. B. Seniorenklub, Besuchsdienst, Kontaktperson ins Seniorenheim, LIMA, Tanzen, Glaubensgespräch, … . Der /die Fachreferent/in berichtet und berät sich regelmäßig mit dem PGR-Plenum, vor allem auch mit den Fachreferent/innen, die auch von Seniorenarbeit betroffen sind: Caritas, Liturgie, Bildung, Bildungswerk, Vermögensverwaltungsrat, ...

Nicht vergessen sollte sein, dass Seniorenarbeit immer ein Geben und ein Nehmen ist. Seniorinnen und Senioren tun vieles mit großer Selbstverständlichkeit und im Stillen, sagen aber oft nicht, was sie für sich brauchen. Sie sind aus dem Leben einer Pfarre/Gemeinde nicht wegzudenkende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch Zielgruppe, deren Fragen und Bedürfnisse oft nicht richtig eingeschätzt werden.

Seniorenpastoral konkret - Beispiele aus den Pfarren

Ausflüge, Bildungsfahrten

Dienen der Begegnung, der Bildung und Unterhaltung. Sie werden gern von Menschen in Anspruch genommen, die wenig Möglichkeit dazu haben oder die eine Betreuung brauchen.

Besinnungstag, Einkehrtage, Exerzitien im Alltag

Eine Gruppe kommt für einen oder mehrere Tage zusammen, um sich mit einem Glaubensinhalt auseinanderzusetzen und das Glaubensleben zu vertiefen - durch Vorträge, Meditation, Gespräch, Gebet und Gottesdienst.

Besuchsdienste

In Zusammenarbeit mit Pfarrcaritas und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen werden Menschen besucht, die nicht mehr mobil genug sind, um am Leben der Gemeinde aktiv teilzunehmen.

Bibelkreis, Glaubensgespräch

Der Schwerpunkt liegt auf der lebensnahen Auslegung und der eigenen Erfahrung mit der Bibel/dem Evangelium, dem Austausch und Gespräch von Glaubenserfahrungen sowie dem gemeinsamen Gebet.

Demenzfreundliche Gottesdienste

Für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen ist es oft nicht einfach am Gottesdienst der Gemeinde teilzunehmen. Demenzfreundliche Gottesdienste können die Scheu davor nehmen.

Erzählcafé

Diese Methode bietet die Möglichkeit, Selbsterlebtes aus dem eigenen Leben zu erzählen. Auch religiöse Themen bieten sich hier an, um im Rückblick auf die eigene Biographie andere Menschen (auch gerne Jugendliche) am persönlichen Glauben teilhaben zu lassen.

Intergenerationelle Angebote

gemeinsame Martinsfeier mit dem Kindergarten, Zusammentreffen und Austausch mit Erstkommunionkindern oder Firmlingen, gemeinsamer Spieleabend mit der Jugendgruppe, Jugendliche bieten Tablet-Kurse für SeniorInnen an – ältere Menschen reparieren dafür Fahrräder oder bieten Kochkurse an.

LIMA

Ein Trainingsprogramm des katholischen Bildungswerks, das sich an Menschen 55plus wendet. Es kombiniert Gedächtnis- und Bewegungstraining, geht auf Fragen des Alltagslebens sowie auf Sinn- und Glaubensfragen ein.

Oma und Opa als BegleiterInnen im Glauben

Fortbildungsangebote für Großeltern, Oma/Opa/Enkel-Wallfahrten, gemeinsame Gottesdienste, Großeltern als VorlesepatInnen

Segensfeiern

Gerade an Lebensübergängen tut es gut, Gottes Segen zugesagt zu bekommen. Mögliche Anlässe: Pensionierung, Geburt der Enkelkinder, Umzug in ein Pflegeheim, runde Geburtstage, Hochzeitsjubiläum, …

Seniorenklub

Der Klassiker der Seniorenpastoral, Treffpunkt zu gemütlichem Beisammensein, Austausch und Begegnung. Oft angereichert durch eine niederschwellige Bildungseinheit.

Seniorenurlaub, Seniorenwochen

Ein Ferienaufenthalt, verbunden mit dem Erlebnis von Gemeinschaft. Der Aspekt kann dabei mehr auf Erholung oder mehr auf Bildung liegen.

Tag der Senioren

Der „Internationale Tag der älteren Generation“ am 1. Oktober bietet die Möglichkeit, die Seniorenarbeit in den Blick zu nehmen:

Tanzen ab der Lebensmitte; Seniorentanz plus

Ein Tanzangebot, das auf Seniorinnen und Senioren zugeschnitten ist: Kreistänze, Gruppentänze, Tänze aus aller Welt, aus verschiedenen Epochen und Kulturen. Seniorentanz plus ist ein besonders für Heime entwickeltes Angebot.  Wallfahrten Für viele ältere Menschen haben Wallfahrten einen hohen Stellenwert, da sie sich einer Gemeinschaft zugehörig erleben, die durch den Glauben verbunden ist. Neben der klassischen Buswallfahrt werden auch andere Formen praktiziert: Radwallfahrt, Fußwallfahrt (Pilgern), Großeltern-Enkel-Wallfahrt, Krankenwallfahrt.

Weitere Möglichkeiten

Bastelkreis, Gymnastikgruppe, Wandern, Tablet-Kurs, ein Orientierungstag für Menschen kurz vor oder nach der Pension

Kontakt und Unterstützung

Fachstellen

Fachbereich Seniorenpastoral

Kontaktstelle für alle MitarbeiterInnen der pfarrlichen Seniorenarbeit.
1010, Stephansplatz 6/6/622
01-51552 – 3335, seniorenpastoral@edw.or.at, www.seniorenpastoral.at

Kath. Bildungswerk Wien

1010, Stephansplatz 3/2
01-51552 - 3604 office@bildungswerk.at, www.bildungswerk.at

Krankenhaus- und Pflegeheimseelsorge der Erzdiözese Wien

1010 Wien, Stephansplatz 6/6634, T: 51552-3369, khps@edw.or.at, www.pflegeheimseelsorge.at

Pfarrcaritas der Erzdiözese Wien

1010 Wien, Stephansplatz 6/5
T: 51552-3678, m: pfarr-caritas@caritas-wien.at h: www.caritas-wien.at

Tanzen ab der Lebensmitte

Landesverband Seniorentanz Wien: 01-5135960, e.handler@gmx.at

Landesverband Seniorentanz Niederösterreich: 0664-1281953, hoemstreit@A1.net

Behelfsdienst der Erzdiözese Wien

1010, Stephansplatz 6/Hof
T: 51552-3625; www.erzdioezese-wien.at/shop

AV-Medienstelle

1010, Singerstr. 7/IV, 1, 20b
T: 01-51552-3361, avm_wien@edw.or.at, www.avmedien-wien.at

Hilfreiche Materialien

Periodika

Broschüren


Dieses Dokument als pdf