Pfarrgemeinderat

in der Erzdiözese Wien


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Vikariat Wien-Stadt: Kommunionhelfer/innen-Grundkurs
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Samstag, 19. September 2020
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„Wer antisemitisch denkt, denkt antichristlich“ (Yves Congar)

Mittwoch, 2. April 2014, 19:00 bis 21:00 Uhr

Zum Problem des Antisemitismus in Vergangenheit und Gegenwart sowie Perspektiven
für eine respektvolle Beziehung zwischen Christen und Juden.

Vortrag im Rahmen der PGR-Akademie am 2. April um 19.00 Uhr von Em.Univ.Prof. Dr. Martin Jäggle, Religionspädagoge, Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit

Der Aufbruch der Kirche zum Judentum ist ein Geschenk, das wir dem Konzil verdanken. Professor Martin Jäggle ist einer der ersten Experten auf diesem Gebiet in unserem Land: Er erzählt, was diese Hinwendung zum Judentum für den Glauben des Einzelnen bedeutet, welcher Wert er für die Kirche hat uns wie die jüdischen Gemeinden diese neue Begegnung erleben. Und er geht der Frage nach: Wohin wird diese Öffnung die Kirche führen?

Zweifelsfrei gibt es eine Rückbesinnung auf die jüdischen Wurzeln des Christentums – die Beschäftigung mit dem „Alten Testament“ war ja ebenso selbstverständlich Teil des Studiums der Theologie wie die Lesung aus den alttestamentlichen Schriften und die Verwendung der Psalmen in der christlichen Liturgie. Die Botschaft Jesu, das Neue Testament ist ohne diesen Hintergrund nicht verständlich - Jesus ist ja als Lehrer und Prophet, als „Gesandter (Messias) zu den Kindern Israels“ ganz verwurzelt in der jüdischen Frömmigkeit.

Diffiziler steht es um die Frage nach dem Hervorgehen der jungen Kirche aus dem Volk Israel. Das ursprünglich Einende, der Glaube an den einen Gott, der zu den Vätern gesprochen hat, blieb ein starkes Band, welches das Christentum mit dem Judentum verbindet. Doch die Geschichte des Abendlandes zeigt, dass aus dieser Verschränkung auch massive Spannungen hervorgingen, die besonders ab dem Mittelalter zu wiederkehrenden Ausbrüchen von Gewalt an Juden und politischer Unterdrückung des Judentums im Namen der christlichen Herrscher führten. Die bis dahin wechselhafte, mit Zeiten der Annäherung gepaarte Geschichte der Ausgrenzung von Juden aus den europäischen Gesellschaften erfuhr eineunfassbare Kulminationin der Verfolgung durch das NS Regime und im Völkermord der Shoa in Hitlers Vision vom 3. Reich, indem für Juden kein Platz mehr sein sollte. Das nahe Gedenken an dessen Ende in den Trümmern Europas nach dem 2. Weltkrieg mahnt zur selbstkritischen Rückfrage nach den schuldhaften Anteilen von Christen und der Kirche. Das Beispiel jener, die aus ihrem christlichen Gewissen heraus um den Preis ihres Lebens Widerstand geleistet haben, lässt dennoch Fragen an die Kirche insgesamt zurück. Das Thema ist immer noch von Scham, Schweigen und Vorbehalten belastet – trotz klarer Worte der jüngsten Päpste, die prophetischen Stimmen innerhalb der Kirche folgend, jeglichem Antisemitismus eine Absage erteilten. Antisemitismus innerhalb der Kirche, in den Herzen der Christen und in der Gesellschaft zu überwinden hat das Konzil allen Teilen der Kirche aufgegeben.Für eine respektvolle Beziehung zwischen Kirche und dem Judentum, zwischen Christen und Juden ist eine Auseinandersetzung mit den Gründen und der Geschichte des Antisemitismus von großer Bedeutung, nicht nur im Blick auf die Vergangenheit, sondern auch auf die Gegenwart.

Eingeladen sind besonders PfarrgemeinderätInnen und MitarbeiterInnen in den Pfarren

Anmeldung bis 31. März bei Mag. Johannes Pesl, Referat für PGR; 01-51552-3373

Ort: Christlich-jüdisches Informationszentrum

Veranstalter: Pastoralamt, Referat für Pfarrgemeinderäte

em.Univ.-Prof. Dr. Martin Jäggle

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